EU-Streit um Zusatzgewicht für emissionsfreie Lkw: Verhandlungen stocken
Die EU-Mitgliedstaaten haben sich kürzlich auf eine Ratsposition zur Überarbeitung der Gewichts- und Maßrichtlinie 96/53/EG geeinigt, stoßen jedoch auf scharfe Kritik aus der Branche. Ziel ist es, emissionsfreie Lkw durch Gewichtszulagen wettbewerbsfähiger zu machen, indem das Mehrgewicht von Batterien oder Brennstoffzellen kompensiert wird. Kern der Einigung: Null-Emissions-Fahrzeuge dürfen auf fünf Achsen bis zu 2 Tonnen und auf sechs Achsen bis zu 4 Tonnen mehr wiegen als Diesel-Äquivalente.
Dieses fotorealistische Bild zeigt eine dynamische Lkw-Kolonne auf einer europäischen Autobahn und symbolisiert den Übergang zu emissionsfreien Fahrzeugen im Fokus des Streits.
Trotz des Fortschritts warnen Verbände wie IRU, T&E, ACEA und VDA vor einem Scheitern der Trilog-Verhandlungen. Die 4-Tonnen-Zulage gilt nur für spezifische Konfigurationen, etwa dreiaxige Zugmaschinen, und benachteiligt gängige 4×2-Sattelzüge im Fernverkehr. Dies hemmt Investitionen in E-Lkw, deren Marktanteil 2025 bei nur 1,7 Prozent lag, und droht europäische Hersteller gegenüber ausländischen Konkurrenten zu schwächen.
Die Debatte knüpft an EU-Ziele an: Bis 2030 sollen ein Drittel neuer Lkw emissionsfrei sein, unterstützt durch CO2-Flottennormen (45 Prozent Reduktion ab 2030). Branchenvertreter fordern höhere Achslasten (+1 Tonne), Ausweitung der 4-Tonnen-Regel auf fünfachsige Kombinationen sowie Längenzulagen (bis 0,9 Meter) und On-Board-Mass-Monitoring ohne neue Bürokratie. Deutschland blockte früher höhere Limits aus Infrastrukturgründen, doch der Druck wächst – ohne Kompromiss drohen Verzögerungen beim Dekarbonisierungs-Highlauf.